Geschichte

Die Rückkehr einer Legende

Zu dem Zeitpunkt als die Lockheed Super Star im Jahr 1957 den Liniendienst aufnahm, stand der Anbeginn des Jet-Zeitalters auf den Nordatlantik-Routen unmittelbar bevor. So läutete die L-1649A das große Finale der Verkehrsflugzeuge mit Kolbenmotor-Antrieb zwischen Europa und Nordamerika ein.

Der legendäre „Aviator“ Howard Hughes

Eine Ikone der US-amerikanischen Luftfahrtgeschichte

Frühere Versionen der berühmten Lockheed Constellation Baureihe, die der legendäre „Aviator“ Howard Hughes gegen Ende der 30er Jahre initiiert hatte, galten bereits als Wegbereiterinnen des globalen Luftverkehrs. Aber es gebührte den 44 produzierten L-1649A die Ehre, sprichwörtlich neue Horizonte zu eröffnen. Als erstes Verkehrsflugzeug war die Super Star in der Lage nonstop die Distanz zwischen „Alter“ und „Neuer“ Welt zu überbrücken. Damit reduzierten sich die Flugzeiten für das Reisepublikum erheblich!

Aber selbst dieser beachtliche Fortschritt verblasste mit dem 1958 auf dem Nordatlantik anbrechenden Jet-Zeitalter. Die fast doppelt so schnellen Düsenmaschinen verdrängten binnen weniger Jahre die großartigen Trans-Atlantik Propliner von den Hauptstrecken und beendeten diese faszinierende Ära des Luftverkehrs für alle Zeiten.

Eine neue Dimension des First Class Luxus

Am 4. September 1958 gab Lufthansa den Start des ‚Senator’ First Class Services zwischen Deutschland und New York bekannt. Exklusiv an Bord der vier Lockheed L-1649A Super Star Flaggschiffe angeboten, war dies der wohl luxuriöseste Weg um im Goldenen Zeitalter des Luftverkehrs den Nordatlantik zu überqueren.

Deutschlands fliegender Botschafter in den ‚Swinging Fifties’

Die Passagiere des Premierenfluges am 6. November 1958 wurden mit einem bis dahin ungekannten Komfort und Service an Bord empfangen - und die Super Star somit bereits damals zur Legende. Neben den äußerst bequemen ‚Comforette’ First Class Sitzen erwartete die Fluggäste eine Bordlounge‚ ‚zum Plaudern, für ein Spielchen zu viert oder aber zu einem ernsten geschäftlichen Gespräch’ wie es in einer zeitgenössischen Lufthansa-Broschüre heißt. Dies waren die 50er Jahre –lange bevor die heute übliche, elektronische Bordunterhaltung in den Flugzeugen Einzug hielt. In dieser vergangenen ‚goldenen’ Propeller-Ära waren Gespräche mit der Crew oder Mitreisenden, kulinarische Genüsse und der Blick aus dem Fenster auf die vorbeiziehende Landschaft das einzige ‚Entertainment’. 

Alles drehte sich an Bord der Super Star um Komfort. Neben Schlafsitzen verfügte die Maschine über richtige Betten, die von der Kabinendecke auf Nachtflügen herunter geklappt wurden. Maximal 32 Premium-Passagiere, die von der ersten bis zur letzten Minute des Fluges verwöhnt wurden fanden an Bord der Lufthansa Super Star Platz.

Technische Daten

Hersteller: Lockheed Aircraft Company, Burbank, USA
Baujahr: 1957
Ursprünglicher Betreiber: TWA
Registrierung: N7316C (derzeit)/ D-ALAN (künftig)
Antrieb: 4 x Curtiss-Wright R-3350-988TC-18EA-2
Spannweite: 45,70 m
Länge: 34,60 m
Höhe: 7,10 m
Mindestbesatzung: 1 Kapitän, 1 First Officer, 1 Flugingenieur